Bindemittel
Hüttensand ist häufig Hauptbestandteil von Zement. Bereits 1861 entdeckte Emil Langen die latent-hydraulischen Eigenschaften glasig erstarrter Hochofenschlacke, seit Ende des 19. Jahrhunderts werden hüttensandhaltige Zemente in Deutschland hergestellt. In der Europäischen Zementnorm EN 197-1 sind allein neun Zemente aufgeführt, die Hüttensand enthalten können.
Sie zeichnen sich durch vorteilhafte technische und ökologische Eigenschaften aus. Insbesondere senkt der Hüttensand den Bedarf an natürlichen Rohstoffen und Primärenergie und verringert die Emissionen. Verursacht zum Beispiel die Herstellung von Portlandzement etwa 1,01 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) je Tonne Zement, so verringert sich diese Menge bei einem Einsatz von 50 %Hüttensand auf 0,54 Tonnen CO2 je Tonne Zement.
In einigen Ländern wird Hüttensand nicht als Zementbestandteil, sondern als Betonzusatzstoff verwendet, und substituiert auf diese Weise den Zement als Bindemittel im Beton.
Die kristalline Hochofenstückschlacke kann als eine Komponente des Rohmehls für die Produktion von Portlandzementklinker verwendet werden und wird somit ebenfalls zu einem hydraulischen Bindemittel.

