Pressemitteilungen

17. Mai 2019

Eisenhüttenschlacken fördern nachhaltiges Wirtschaften

Wertvoller Rohstoff aus dem Hochofen

Duisburg, im Mai 2019. Deutschland ist mit über 40 Millionen Tonnen der größte Stahlproduzent innerhalb der EU. Bei der Herstellung dieses wichtigen Werkstoffes fällt auch ein begehrtes Nebenprodukt an: Eisenhüttenschlacke. Dank der hohen Qualität und der ökologischen Unbedenklichkeit werden über 96% des industriell hergestellten Mineralstoffs – das sind 13 Millionen Tonnen pro Jahr in Deutschland – zu hochwertigen Baustoffen und Düngemitteln verarbeitet. Eisenhüttenschlacken ersetzen dabei Natursteine, deren weltweiter Abbau zu einem zunehmenden Umweltproblem wird.

In den letzten siebzig Jahren wurde über 1 Milliarde Tonne Eisenhüttenschlacke allein in Deutschland verwendet – das entspricht aufgeschüttet einem Berg so hoch wie die Zugspitze. Im gleichen Zeitraum konnte bei der Zementherstellung durch die Verwendung von aus Schlacke gefertigtem Hüttensand anstelle von Portlandzementklinkern über 200 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Die Umweltverträglichkeit des Sekundärrohstoffs belegen auch zahlreiche Gutachten und Untersuchungen. Eisenhüttenschlacken erfüllen zudem die umweltrechtlichen Voraussetzungen der Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) des Bundesumweltministeriums. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat sie als unbedenkliches Produkt registriert.

„Primärrohstoffe sind nur begrenzt verfügbar. Wer ökonomisch und ökologisch wirtschaften will, muss alternative Ressourcen verwenden“, sagt Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung. Die Duisburger Experten forschen, prüfen und beraten seit Jahrzehnten zu Schlacken und den daraus hergestellten Produkten. Für Reiche ist daher klar: „Eisenhüttenschlacken sind das beste Beispiel für gelebte Ressourcenschonung und funktionierende Kreislaufwirtschaft.“ Daher fordert das FEhS-Institut eine Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sowie der Landesabfallgesetze mit dem Ziel, die flächendeckende Zulassung und angemessene Bevorzugung schlackenbasierter Baustoffe zumindest bei öffentlichen Bauaufträgen zu erreichen.

Eisenhüttenschlacken sind homogene Sekundärrohstoffe mit den wesentlichen Bestandteilen Calzium, Silizium, Eisen, Aluminium und Magnesium. Sie ähneln in ihrem Chemismus, aber auch hinsichtlich ihrer Mineralogie vulkanischer Lava. Man unterscheidet bei Eisenhüttenschlacken je nach metallurgischem Prozess zwischen Hochofenschlacke und Stahlwerksschlacke. Aus einem Großteil der Hochofenschlacke entsteht durch Granulation mit Wasser glasiger, feinkörniger Hüttensand. Der übrige Teil wird in Beete abgegossen und erstarrt zu kristalliner Hochofenstückschlacke, die zur Weiterverarbeitung gebrochen werden muss. Auch die Stahlwerksschlacken erkalten in Beeten

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V. ist seit fast sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

 

08. Mai 2019

Rechtsgutachten zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken

Eluatgrenzwerte in Ersatzbaustoffverordnung gesetzeskonform

Duisburg, 29. April 2019. Die Verwendung von Eluatgrenzwerten zur Beurteilung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken im Rahmen der geplanten Ersatzbaustoffverordnung (EBV) entspricht den Maßgaben des Abfallrechts und des Schadlosigkeitsgebots im Kreislaufwirtschaftsgesetz sowie den Bestimmungen des Bundesbodenschutzgesetzes. Auf Feststoffwerte kann in der EBV verzichtet werden. Das ist das Ergebnis eines Rechtsgutachtens, das das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. bei der Kanzlei Kopp-Assenmacher & Nusser in Auftrag gegeben hat. Anlass der juristischen Expertise sind Diskussionen in einigen Bundesländern, das eluatgestützte Konzept für Sekundärbaustoffe in der EBV zu ändern.

Das Gutachten „Muss die Ersatzbaustoffverordnung Feststoffwerte für Eisenhüttenschlacken enthalten?“ stellt fest, dass bei der Verwendung von Eisenhüttenschlacken zu bautechnischen Zwecken „keine relevanten Freisetzungen, Einträge oder Aufnahmen von Schadstoffen“ zu erwarten sind. Eluatgrenzwerte in der EBV trügen diesem Befund Rechnung und seien von wissenschaftlich unabhängigen Studien belegt. Die Experten verweisen bei der Nutzung von Eisenhüttenschlacken zudem auf „viele umweltbezogene Vorteile hinsichtlich der Kreislaufwirtschaft und der Ressourcenschonung“. Ihr Fazit: Es sei zulässig, keine Feststoffwerte für Eisenhüttenschlacken vorzugeben.

Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts: „Die Ergebnisse des Rechtsgutachtens bestätigen unsere Einschätzung vollumfänglich: Wichtig für die Bewertung der Umweltverträglichkeit ist, was aus den Baustoffen rauskommt, nicht was drin ist! Daher sind Feststoffgrenzwerte nicht zielführend. Jetzt ist die Politik gefordert, den Einbau von Eisenhüttenschlacken bzw. Sekundärbaustoffen in technischen Bauwerken entsprechend einheitlich zu regeln.“ Das FEhS-Institut hatte in den vergangenen Jahren immer wieder auf die ökologische Unbedenklichkeit von schlackenbasierten Baustoffen hingewiesen und deren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft herausgestellt – über 96% der Eisenhüttenschlacken, ein Nebenprodukt bei der Stahlherstellung, können verarbeitet werden.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V. ist seit fast sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

 

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Pressemitteilung vom 11. April 2019

10. EUROSLAG-Konferenz vom 8.-11.10.2019 in Thessaloniki

Pressemitteilung vom 11. Februar 2019

Think-Fast Broschüre zu Eisenhüttenschlacke veröffentlicht

Pressemitteilung vom 08. Oktober 2018

„Ersatzbaustoffverordnung jetzt zügig verabschieden“

Pressemitteilung vom 06. März 2018

FEhS-Institut fordert Änderung des Vergaberechts zur Umsetzung der Ressourcenschonungsziele

Pressemitteilung vom 29. November 2017

Leitfaden Eisenhüttenschlacke in NRW erschienen

Pressemitteilung vom 09. März 2017

Ersatzbaustoffverordnung konterkariert Ressourcenschonung

Pressemitteilung vom 12. August 2016

FEhS-Institut konkretisiert Änderungsbedarf an der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 11. August 2016

FEhS-Institut fordert grundlegende Änderung der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 19. April 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Für zusätzliche Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Ricarda van Baal
M.A.
Public Affairs


+49(0)2065-994532
r.vanbaal@fehs.de