Pressemitteilungen

18. Juni 2020

Wert von Sekundärbaustoffen in ProgRess III zu wenig gewürdigt

FEhS-Institut vermisst explizite Forderungen

Duisburg, 18. Juni 2020. Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. sieht in dem gestern verabschiedeten dritten Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess III) einen Weg in die richtige Richtung. Die Experten für Eisenhüttenschlacken vermissen jedoch die ausdrückliche Akzentuierung von mineralischen Baustoffen aus der Stahlindustrie: „Aus unseren industriellen Nebenprodukten entstehen hochwertige und markterprobte Sekundärbaustoffe, die schon über eine Milliarde Tonnen Naturgestein in Zement, Beton und Gesteinskörnungen substituiert haben. Wir hätten uns gewünscht, dass sich dieser positive Beitrag zum nachhaltigen Bauen und zur Kreislaufwirtschaft in ProgRess III in deutlicheren Formulierungen wiederfindet,“ so Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts.

Vor allem bei öffentlichen Bauvorhaben bemängelt Reiche in ProgRess III ein fehlendes Signal: „Der Staat sollte Vorreiter in Sachen Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft sein. Wir bedauern daher sehr, dass unsere Forderungen nach einer diskriminierungsfreien Ausschreibung für industrielle Nebenprodukte und in einem angemessenen Umfang auch einer gesetzlich verankerten Bevorzugung ressourcenschonender Baustoffe nicht explizit berücksichtigt worden ist. Zur vorrangigen Verwendung bei Baumaßnahmen des Bundes kommen ausschließlich Recyclingbaustoffe zur Sprache.“

Ein deutlicheres Statement pro Sekundärbaustoffe hätte Reiche auch beim Klimaschutz erwartet: „Durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand aus der Stahlindustrie konnten bei der Zementherstellung in Deutschland schon über 200 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Diese Baustoffe sind nicht nur ressourcenschonend, sie senken auch den ‚Carbon Footprint‘ bei Bauvorhaben erheblich.“

Ziel von ProgRess III ist es, durch einen sparsameren Umgang mit Rohstoffen und die effizientere Nutzung natürlicher Ressourcen die Wirtschaft unabhängiger von Primärrohstoffen und damit krisensicherer zu machen. Die Forderungen des FEhS-Instituts beziehen sich vorrangig auf Maßnahmen in den Kapiteln 5.5 „Ressourcenschonung auf kommunaler und regionaler Ebene unterstützen“ und 5.6.2. „Bauen, Arbeiten und Wohnen“.

 

www.rohstoff-schlacke.de

www.bmu.de/download/2496/

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

17. Juni 2020

Chancen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft nutzen

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020

Duisburg, 17. Juni 2020. Mit dem „Green Deal“ und dem Aktionsplan zur Förderung der Kreislaufwirtschaft hat die Europäische Union (EU) in den vergangenen Monaten zukunftsweisende Weichen für ökologisch orientiertes Wirtschaften gelegt. Ab 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland die Präsidentschaft im Rat der EU, gefolgt von Portugal und Slowenien in der neuen Trio-Präsidentschaft. EUROSLAG, der europäische Verband für Eisenhüttenschlacken und schlackenhaltige Produkte, sieht darin eine große Chance, Themen wie Ressourcenschonung und die Förderung von Sekundärrohstoffen weiter zu forcieren und in einen gesetzlichen Rahmen zu bringen. Thomas Reiche, Chairman von EUROSLAG: „Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind auf europäischer Ebene getan. Jetzt gilt es, markterprobte industrielle Nebenprodukte endlich als mindestens gleichwertige Alternative zu Primärrohstoffen   zu verankern. Wir hoffen, dass Deutschland entsprechende Initiativen im Europäischen Rat als Impulsgeber der EU ergreift.“

Für Reiche, der auch Geschäftsführer des FEhS – Instituts für Baustoff-Forschung ist, sollte bei öffentlichen Ausschreibungen sogar eine Bevorzugung von Sekundärrohstoffen gesetzlich festgeschrieben werden: „Wer Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit ernst nimmt, muss Eisenhüttenschlacken und andere Sekundärrohstoffe bei gleicher Eignung den Vorrang vor natürlichen Ressourcen einräumen, deren Vorkommen weltweit rasant abnehmen. So konnte allein in Deutschland in den letzten sieben Jahrzehnten über eine Milliarde Tonne Steine, Schotter und Kies durch Gesteinskörnungen und Hüttensand aus Eisenhüttenschlacken in Zement, Beton und im Straßenbau substituiert werden. Zudem wurden durch den Einsatz von Hüttensand in Zement über 200 Millionen Tonnen CO2 eingespart.“ Gerade in der Folge der Corona-Pandemie sei es unerlässlich, bei der Neuausrichtung die Kreislaufwirtschaft als zentrale Leitlinie politischen Handelns zu verstehen, so Reiche weiter. Das aktuelle Konjunkturpaket der Bundesregierung habe diese Chance leider nicht konsequent genutzt.

 

Über den Europäischen Rat

Der Europäische Rat setzt sich aus den Staats- und Regierungschefs der einzelnen Mitgliedsstaaten sowie den Präsidenten des Europäischen Rates und der Europäischen Kommission zusammen. Die Treffen des Rates, der unter anderem für die Formulierung allgemeiner politischer Ziele der EU und die finalen Verhandlungen der EU-Gesetzgebung zuständig ist, werden als EU-Gipfel bezeichnet. Die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union rotiert alle sechs Monate unter den Mitgliedsstaaten. Seine Aufgaben sind unter anderem die Leitung der Sitzungen des Rates und seiner vorbereitenden Ausschüsse und Arbeitsgruppen. Die neue Trio-Präsidentschaft, bei der die Partner eng zusammenarbeiten, soll für mehr Kontinuität in der europäischen Politik sorgen.

 

Über EUROSLAG

In EUROSLAG mit Sitz in Duisburg sind 26 Organisationen und Unternehmen aus 16 Ländern zusammengeschlossen, darunter aus Deutschland das FEhS-Institut und der Fachverband Eisenhüttenschlacken. Als europäisches Netzwerk für die Herstellung, Verwendung und Entwicklung von Eisenhüttenschlacken und schlackenbasierten Produkten stehen bei EUROSLAG Forschung und Technologie, die Europäische Standardisierung sowie die interne und externe Kommunikation im Fokus der Tätigkeiten. EUROSLAG organisiert alle zwei Jahre eine gleichnamige Konferenz, die im Jahr 2021 in Köln stattfindet.

 

                                  

Die Grafiken können unter https://www.fehs.de/unser-service/downloads/ heruntergeladen werden. Verwendung honorarfrei bei Nennung „FEhS-Institut“.

www.euroslag.com

www.fehs.de

www.rohstoff-schlacke.de

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

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Pressemitteilung vom 19. Mai 2020

Fairer Wettbewerb für Sekundärbaustoffe

Pressemitteilung vom 27. April 2020

Natürliche Ressourcen durch Sekundärrohstoffe ersetzen

Pressemitteilung vom 13. März 2020

Bessere Rahmenbedingungen für Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 03. März 2020

Neuer Kurzfilm des FEhS-Instituts über die Bedeutung des Rohstoffs

Pressemitteilung vom 23. Januar 2020

Einsatz von Sekundärrohstoffen und Förderung der Kreislaufwirtschaft

Pressemitteilung vom 15. Januar 2020

Sekundärrohstoff Eisenhüttenschlacke und nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

10. EUROSLAG-Konferenz fordert fairen Umgang mit Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

Großer Andrang beim ersten Türöffner-Tag im FEhS-Institut

Pressemitteilung vom 16. September 2019

Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Pressemitteilung vom 17. Mai 2019

Eisenhüttenschlacken fördern nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 08. Mai 2019

Rechtsgutachten zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 11. April 2019

10. EUROSLAG-Konferenz vom 8.-11.10.2019 in Thessaloniki

Pressemitteilung vom 11. Februar 2019

Think-Fast Broschüre zu Eisenhüttenschlacke veröffentlicht

Pressemitteilung vom 08. Oktober 2018

„Ersatzbaustoffverordnung jetzt zügig verabschieden“

Pressemitteilung vom 06. März 2018

FEhS-Institut fordert Änderung des Vergaberechts zur Umsetzung der Ressourcenschonungsziele

Pressemitteilung vom 29. November 2017

Leitfaden Eisenhüttenschlacke in NRW erschienen

Pressemitteilung vom 09. März 2017

Ersatzbaustoffverordnung konterkariert Ressourcenschonung

Pressemitteilung vom 12. August 2016

FEhS-Institut konkretisiert Änderungsbedarf an der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 11. August 2016

FEhS-Institut fordert grundlegende Änderung der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 19. April 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

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Ricarda van Baal
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