Pressemitteilungen

10. Oktober 2019

10. EUROSLAG-Konferenz fordert fairen Umgang mit Eisenhüttenschlacken

Sekundärrohstoffe schonen natürliche Ressourcen

Duisburg/Thessaloniki, 10. Oktober 2019. Die Botschaft der 10. EUROSLAG-Konferenz „slag based products – best practices for circular economy“ vom 8. bis 11. Oktober 2019 in Thessaloniki war deutlich: Der verstärkte Einsatz von Baustoffen und Düngemitteln aus Eisenhüttenschlacken würde die Kreislaufwirtschaft noch stärker fördern und weitere natürliche Ressourcen schonen – Ziele, die sowohl die UNO als auch die EU einfordern. Die Umsetzung scheitert jedoch häufig an den politischen Rahmenbedingungen, die die Verwendung von schlackenbasierten Produkten unnötig einschränken. Dieser Themenkomplex stand im Fokus der Diskussionen und Vorträge der EUROSLAG, zu der 130 Teilnehmer aus 29 Ländern kamen – unter ihnen Hersteller und Vermarkter von Eisenhüttenschlacken, Vertreter von Politik, Verwaltung und Verbänden sowie Wissenschaftler.

Um die Erkenntnisse aus Theorie und Praxis möglichst effektiv umsetzen zu können, wurde bei der EUROSLAG das bereits im Rahmen der letzten Konferenz 2017 in Metz eingeführte Format der Podiumsdiskussion mit politischen Entscheidungsträgern fortgesetzt. Die zentralen Anliegen der Veranstalter waren dabei zum einen die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen den berechtigten Ansprüchen an Boden- und Gewässerschutz auf der einen und der Förderung von Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung durch den Einsatz von Eisenhüttenschlacken auf der anderen Seite. Zum anderen wurde die bevorzugte Behandlung von Sekundärrohstoffen bei öffentlichen Baumaßnahmen erörtert. Grundlegende Voraussetzung hierfür wäre eine Novellierung der europäischen Abfall-Rahmenrichtlinie. In Deutschland haben die Forderungen der Hersteller von Eisenhüttenschlacke bereits Eingang in den vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gefunden.

In der zweiten Session der Konferenz „Utilization and best practices“ standen bei zehn Vorträgen und Diskussionen die Verarbeitung und die spezifischen Eigenschaften von Eisenhüttenschlacken sowie Erfahrungen beim Einsatz von Baustoffen und Düngemitteln in der Praxis im Mittelpunkt. Abschließend präsentierten zehn Experten aktuelle Projekte zum Thema „Research and innovation“, unter anderem zur weiteren Optimierung von schlackenbasierten Produkten.

„Die 10. EUROSLAG hat gezeigt, dass die Verwendung von Eisenhüttenschlacke in Baustoffen und Düngemitteln in Europa ein wichtiger Baustein ist, um ökonomisch und ökologisch zu wirtschaften. Umso unverständlicher ist es daher für uns, dass viele bestehende Rahmenbedingungen eine verstärkte Nutzung dieses Sekundärrohstoffs nach wie vor ausbremsen. Wir sind aber optimistisch, dass zukünftige politische Entscheidungen auf europäischer Ebene in eine andere Richtung gehen und bessere Voraussetzungen schaffen, um das große Potential dieses Minerals aus der Stahlindustrie ausschöpfen zu können“, sagt Thomas Reiche, Vorstandsvorsitzender von EUROSLAG.

 

Über EUROSLAG:

In EUROSLAG mit Sitz in Duisburg sind 26 Organisationen und Unternehmen aus 16 Ländern zusammengeschlossen, darunter aus Deutschland das FEhS-Institut und der Fachverband Eisenhüttenschlacken. Als europäisches Netzwerk für die Produktion, Verwendung und Entwicklung von Eisenhüttenschlacken und schlackenbasierten Produkten stehen bei EUROSLAG Forschung und Technologie, die Europäische Standardisierung sowie die interne und externe Kommunikation im Fokus der Tätigkeiten. EUROSLAG organisiert die Konferenz alle zwei Jahre. 2019 wurde das Treffen zusammen mit dem Laboratory of Building Materials of the Aristotle University of Thessaloniki und Aeiforos S.A., ein auf industrielle Nebenprodukte und Umweltschutz spezialisiertes Unternehmen aus Thessaloniki, durchgeführt.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

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10. Oktober 2019

Großer Andrang beim ersten Türöffner-Tag im FEhS-Institut

Die Maus im Haus

Duisburg, 4. Oktober 2019. Heiß her ging es gestern beim ersten Türöffner-Tag der Maus im FEhS – Institut für Baustoff-Forschung in Duisburg-Rheinhausen: Bei der mit 250 BesucherInnen ausgebuchten Veranstaltung staunten nicht nur die 119 Kinder über den Mini-Hochofen, aus dem die rund 1600 Grad heiße Eisenhüttenschlacke abgegossen wurde. Warum die zum Schutz des Klimas und zu stabilem Beton und sicherem Asphalt beiträgt – diese und viele weitere Fragen beantworteten die FEhS-Experten fünf Stunden lang in vier Laboren, die eigens für diesen Tag geöffnet wurden. Das Institut war in Duisburg eines von sieben Teilnehmern bei der bundesweiten Aktion „Türen auf!“ der Maus, insgesamt waren es 799.

Neben der Entstehung von Eisenhüttenschlacken im Schmelzlabor und deren Abkühlung, gab es für Groß und Klein weitere spannende Angebote. Die Experten aus dem Zement- und dem Betonlabor etwa erklärten, was Zement, Mörtel und Beton ist und luden die Kinder bei Mitmachexperimenten ein, selber zum Baumeister zu werden: Es wurden Mörtel und Beton hergestellt und Eigenschaften bestimmt, die für einen Einsatz in Straßen, Brücken oder Häusern wichtig sind. Nicht weniger erhellend ging es im Verkehrslabor zu. Mit aktiver Beteiligung von Kindern erforschte man wichtige technische Eigenschaften und Unterschiede von Schlacke und Naturstein, wie z. B. Rohdichte, Festigkeit und Wasserdurchlässigkeit – und deren Bedeutung für den Straßenbau. Wer noch mehr maustypische Geschichten erleben wollte, ging zu „Attraktionen und Kuriositäten“ ins Chemielabor: Hier wurden eine Elefantenzahnpasta gezeigt, Harry Potters original Blitze unter Wasser vorgeführt, ein Bengalisches Feuer aus dem Ruhrpott präsentiert, Falschgeld aufgespürt – und ein geheimnisvoller „SPUNK“ gefunden.

96 Prozent aller in Deutschland entstehenden Eisenhüttenschlacken werden zu hochwertigen Baustoffen und Düngemitteln verarbeitet. Dabei ersetzt das Mineral, das dem vulkanischen Gestein sehr ähnlich ist, als sogenannter Sekundärbaustoff Steine, Kies und Sand – natürliche Rohstoffe, die weltweit immer seltener werden. In den letzten sieben Jahrzehnten wurde rund eine Milliarde Tonnen Eisenhüttenschlacke verwendet, was aufgeschüttet einen Berg so hoch wie die Zugspitze ergeben würde. Das schützt die Natur und schont die Umwelt. Zudem werden jedes Jahr durch den Einsatz von gemahlenem Hüttensand anstelle von Portlandzementklinkern im Zement 5,2 Millionen Tonnen CO2 eingespart – mehr, als das Klimapaket der Bundesregierung durch die Sanierung von Gebäuden erreichen möchte. Seit 1949 konnten so insgesamt über 200 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V. ist seit fast sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

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Pressemitteilung vom 16. September 2019

Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Pressemitteilung vom 17. Mai 2019

Eisenhüttenschlacken fördern nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 08. Mai 2019

Rechtsgutachten zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 11. April 2019

10. EUROSLAG-Konferenz vom 8.-11.10.2019 in Thessaloniki

Pressemitteilung vom 11. Februar 2019

Think-Fast Broschüre zu Eisenhüttenschlacke veröffentlicht

Pressemitteilung vom 08. Oktober 2018

„Ersatzbaustoffverordnung jetzt zügig verabschieden“

Pressemitteilung vom 06. März 2018

FEhS-Institut fordert Änderung des Vergaberechts zur Umsetzung der Ressourcenschonungsziele

Pressemitteilung vom 29. November 2017

Leitfaden Eisenhüttenschlacke in NRW erschienen

Pressemitteilung vom 09. März 2017

Ersatzbaustoffverordnung konterkariert Ressourcenschonung

Pressemitteilung vom 12. August 2016

FEhS-Institut konkretisiert Änderungsbedarf an der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 11. August 2016

FEhS-Institut fordert grundlegende Änderung der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 19. April 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Für zusätzliche Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Ricarda van Baal
M.A.
Public Affairs


+49(0)2065-994532
r.vanbaal@fehs.de