Pressemitteilungen

07. September 2021

Ressourcenstrategie für die Zukunft

Drei Kernforderungen des FEhS-Instituts pro Sekundärrohstoffe    

 

Duisburg, 7. September 2021. Eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre wird ein nachhaltiges Ressourcenmanagement zur Schonung von Primärrohstoffen und Bodenschätzen sein. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet seit Jahrzehnten der Einsatz von Eisenhüttenschlacken und den daraus hergestellten Baustoffen und Düngemitteln. Um auch in Zukunft nationale und europäische Anstrengungen für Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz nachhaltig unterstützen zu können, müssen aus Sicht des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung die Rahmenbedingungen für den Einsatz von mineralischen Sekundärrohstoffen weiter verbessert werden. Hierzu haben die Duisburger Experten drei Kernforderungen formuliert. 

Erstens: Es muss eine flächendeckende faire Ausschreibungspraxis der öffentlichen Hand für Baustoffe sichergestellt werden, da es immer noch vorkommt, dass Sekundärbaustoffe explizit ausgeschlossen werden. Dazu sind justiziable Formulierungen mit Drittschutzcharakter im Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes notwendig, damit die in § 45 bei der Auftragsvergabe des Bundes festgelegte Bevorzugung von Erzeugnissen, die ökologisch vorteilhaft sind und die Kreislaufwirtschaft besonders fördern, auch in der Praxis Wirkung zeigt. Dies betrifft gleichermaßen die Landeskreislaufwirtschaftsgesetze. Auch auf europäischer Ebene sollten die im EU Green Deal und dem diesbezüglichen Circular Economy Action Plan definierten Ziele durch eine Änderung der EU-Vergaberichtlinie in die Praxis umgesetzt werden. Das FEhS-Institut hat dazu im Rahmen eines Rechtsgutachtens einen Vorschlag erarbeitet.

Zweitens: Nur eine einheitliche und praxisorientierte Bewertung der Umweltverträglichkeit von Baustoffen unabhängig von ihrer Herkunft garantiert einen fairen Wettbewerb und fördert die Verwendung von Sekundärbaustoffen. Der Einsatz von Nebenprodukten aus der Stahlindustrie wird in einigen Anwendungsgebieten derzeit durch „Feststoffbewertungen“/Feststoffgrenzwerte unnötig erschwert. Dies betrifft auch den Einsatz von Stahlwerksschlacken als Sekundärrohstoff im Zement oder als Gesteinskörnung im Beton. An diesen Themen wird im Zusammenhang mit der Transformation der Stahlindustrie derzeit intensiv geforscht.

Drittens: Es sollte ausnahmslos von Sekundärrohstoffen bzw. Sekundärbaustoffen die Rede sein. Ein einheitliches Wording vermeidet die häufig anzutreffende Reduzierung auf Recyclingrohstoffe oder Recycling-Baustoffe, die den Ausschluss anderer Stoffe und Produkte zur Folge hat. Das wiederum schadet der Kreislaufwirtschaft und einem nachhaltigen Ressourcenmanagement.

Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts: „Wichtige Etappenziele pro Kreislaufwirtschaft und Sekundärrohstoffe sind erreicht worden. Jetzt erwarten wir vom Gesetzgeber, dass weitere Schritte folgen. Ziel muss es sein, ein nachhaltiges Ressourcenmanagement zu etablieren, um die steigende Nachfrage nach Rohstoffen auch zukünftig sicherstellen zu können.“

Der Einsatz von Eisenhüttenschlacken, einem Nebenprodukt der Stahlherstellung, hat in Deutschland in über 70 Jahren den Abbau von mehr als einer Milliarde Tonnen Naturgestein vermieden. Das entspricht dem Volumen der Zugspitze. Durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand im Zement kann pro Jahr zudem die Emission von über 5 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Insgesamt sind so seit 1950 in Deutschland bereits mehr als 210 Millionen Tonnen CO2 eingespart worden.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

www.fehs.de

www.rohstoff-schlacke.de

Pressekontakt: Thomas Reiche

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

25. August 2021

Nachfrage nach Eisenhüttenschlacke auch 2020 anhaltend hoch

FEhS-Institut fordert aber weitere Änderungen an den Regelwerken

      

Duisburg, 25. August 2021. Der Bedarf an Eisenhüttenschlacken in Deutschland war auch im vergangenen Jahr groß. Bedingt durch die Pandemie und den daraus resultierenden Rückgang der Rohstahlproduktion auf 35,7 Mio. t wurden 2020 zwar nur 10,9 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacke hergestellt. Das sind 1,4 Millionen weniger als 2019. Die hohe Nachfrage nach den aus diesem industriellen Nebenprodukt hergestellten Baustoffen und Düngemitteln konnte aber durch den Abbau von Lagerbeständen gedeckt werden. Von den insgesamt 11,2 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacke entfielen 7,3 Millionen auf Hochofenschlacke, die zu 90% als Hüttensand in der Zementindustrie zum Einsatz kam. Die 3,9 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke fanden mit über 2,8 Millionen Tonnen vorwiegend als industrielle Gesteinskörnung im Verkehrsbau Verwendung. Zusätzlich wurden 0,4 Millionen Tonnen als hochwertiges Düngemittel in der Landwirtschaft und rund 0,6 Millionen Tonnen zur anlageninternen Kreislaufführung als metallurgischer Einsatzstoff genutzt. Trotz der zufriedenstellenden Ergebnisse fordert das FEhS-Institut für die Zukunft bessere Rahmenbedingungen.

Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts: „Die Zahlen für 2020 und auch der Trend für 2021 machen deutlich: Die Sekundärrohstoffe aus der Stahlindustrie sind begehrt. Ihr Absatz blieb 2020 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Damit tragen Eisenhüttenschlacken und die daraus hergestellten Baustoffe und Düngemittel wie schon seit vielen Jahren zur Schonung natürlicher Ressourcen, der Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft bei. Mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und der Mantelverordnung sind die richtigen ersten Schritte gegangen worden, um diesen Beitrag auch in Zukunft zu gewährleisten. Jetzt müssen auf europäischer und nationaler Ebene sowie in den Bundesländern aber weitere Schritte folgen. In diesem Zusammenhang sind justitiable Regelungen bei den Ausschreibungen der öffentlichen Hand von besonderer Bedeutung.“

Der Einsatz von Eisenhüttenschlacken hat in Deutschland in über 70 Jahren den Abbau von über einer Milliarde Tonnen Naturgestein vermieden. Das entspricht dem Volumen der Zugspitze. Durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand im Zement kann pro Jahr die Emission von über 5 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Insgesamt sind so seit 1950 in Deutschland bereits mehr als 210 Millionen Tonnen CO2 eingespart worden.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

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www.rohstoff-schlacke.de

Pressekontakt: Thomas Reiche

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

Pressemitteilung vom 16. August 2021

Das Wissen um wertvolle Sekundärrohstoffe

Pressemitteilung vom 25. Juni 2021

Einsatz von Sekundärbaustoffen bundesweit geregelt

Pressemitteilung vom 11. Juni 2021

Einheitliches Regelwerk für Sekundärbaustoffe auf der Zielgeraden

Pressemitteilung vom 27. Mai 2021

Zement der Zukunft

Pressemitteilung vom 26. Mai 2021

Wertvollen Sekundärbaustoffen droht das Abstellgleis

Pressemitteilung vom 16. Februar 2021

Öffentliche Hand soll mehr Sekundärrohstoffe einsetzen

Pressemitteilung vom 13. Januar 2021

Rohstoffsicherheit durch industrielle Nebenprodukte

Pressemitteilung vom 17. November 2020

Nutzung von Nebenprodukten in der EU verbindlich regeln

Pressemitteilung vom 24. September 2020

Rückläufige Nutzung von Eisenhüttenschlacke

Pressemitteilung vom 18. September 2020

Mehr Sekundärbaustoffe bei öffentlichen Aufträgen

Pressemitteilung vom 27. August 2020

Vorrang für Sekundärbaustoffe bei öffentlichen Ausschreibungen

Pressemitteilung vom 18. Juni 2020

Wert von Sekundärbaustoffen in ProgRess III zu wenig gewürdigt

Pressemitteilung vom 17. Juni 2020

Chancen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft nutzen

Pressemitteilung vom 19. Mai 2020

Fairer Wettbewerb für Sekundärbaustoffe

Pressemitteilung vom 27. April 2020

Natürliche Ressourcen durch Sekundärrohstoffe ersetzen

Pressemitteilung vom 13. März 2020

Bessere Rahmenbedingungen für Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 03. März 2020

Neuer Kurzfilm des FEhS-Instituts über die Bedeutung des Rohstoffs

Pressemitteilung vom 23. Januar 2020

Einsatz von Sekundärrohstoffen und Förderung der Kreislaufwirtschaft

Pressemitteilung vom 15. Januar 2020

Sekundärrohstoff Eisenhüttenschlacke und nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

10. EUROSLAG-Konferenz fordert fairen Umgang mit Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

Großer Andrang beim ersten Türöffner-Tag im FEhS-Institut

Pressemitteilung vom 16. September 2019

Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Pressemitteilung vom 17. Mai 2019

Eisenhüttenschlacken fördern nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 08. Mai 2019

Rechtsgutachten zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 11. April 2019

10. EUROSLAG-Konferenz vom 8.-11.10.2019 in Thessaloniki

Pressemitteilung vom 11. Februar 2019

Think-Fast Broschüre zu Eisenhüttenschlacke veröffentlicht

Pressemitteilung vom 08. Oktober 2018

„Ersatzbaustoffverordnung jetzt zügig verabschieden“

Pressemitteilung vom 06. März 2018

FEhS-Institut fordert Änderung des Vergaberechts zur Umsetzung der Ressourcenschonungsziele

Pressemitteilung vom 29. November 2017

Leitfaden Eisenhüttenschlacke in NRW erschienen

Pressemitteilung vom 09. März 2017

Ersatzbaustoffverordnung konterkariert Ressourcenschonung

Pressemitteilung vom 12. August 2016

FEhS-Institut konkretisiert Änderungsbedarf an der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 11. August 2016

FEhS-Institut fordert grundlegende Änderung der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 19. April 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Für zusätzliche Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Thomas Reiche
Geschäftsführer


+49(0)2065-994531
t.reiche@fehs.de