Pressemitteilungen

15. Januar 2020

Sekundärrohstoff Eisenhüttenschlacke und nachhaltiges Wirtschaften

Inhalte des EU Green Deals auch in Deutschland umsetzen

Duisburg, 15. Januar 2020. Der Green Deal der Europäischen Kommission von Dezember 2019 formuliert Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft. Dazu zählen die Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Stärkung der Märkte für Sekundärrohstoffe, ressourcenschonendes Bauen und der Schutz der Natur. Produkte aus Eisenhüttenschlacken tragen als Baustoffe und Düngemittel seit Jahrzehnten zur Erreichung dieser Ziele bei. Dennoch wird ihr Einsatz in Deutschland immer noch zu wenig gefördert. Ein Beispiel ist die Nichtzulassung bei öffentlichen Ausschreibungen im Bauwesen. „Was die EU jetzt fordert, muss auch in Deutschland konsequent in der Praxis umgesetzt werden“, sagt Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS – Instituts für Baustoff-Forschung
e. V.

Durch die Verwendung von Eisenhüttenschlacken konnte in Deutschland in den letzten sieben Jahrzehnten der Abbau einer Milliarde Tonnen Naturgestein vermieden werden – ein Rohstoff, die weltweit stark genutzt wird. Das belegen Zahlen der Europäischen Union: Während der Verbrauch von fossilen Brennstoffen im letzten Jahrhundert weltweit um den Faktor 12 anstieg, nahm im gleichen Zeitraum der Verbrauch von natürlichen Ressourcen weltweit um den Faktor 34 zu! Und auch die im Mai 2019 veröffentlichten Studie des UN-Umweltprogramms „UNEP report on sand and sustainability“ sieht die natürlichen Rohstoffe bedroht.

Schlackenbasierte Baustoffe tragen nicht nur zur Ressourcenschonung, sondern auch zum Schutz des Klimas bei. In den vergangenen siebzig Jahren konnten bei der Zementherstellung durch die Substitution von Portlandzementklinker durch Hüttensand aus der Stahlindustrie insgesamt über 203 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 eingespart werden.

Das FEhS-Institut begrüßt die im Sommer 2019 vom Bundesumweltministerium in seinem Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vorgesehene Förderung der Ressourcenschonung. „Wir freuen uns, dass eine unserer Kernforderungen zur Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Sekundärbaustoffen nun umgesetzt werden soll. Die Änderung des § 45 zielt in die richtige Richtung“, so Reiche. Allerdings fordern die Schlacken-Experten noch Nachbesserungen: „Die im Entwurf definierten Pflichten zur bedingten Bevorzugung von Sekundärrohstoffen bei öffentlichen Ausschreibungen müssen für Bund, Länder und Gemeinden gleichermaßen gelten“, ergänzt Reiche.

 

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

 

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

 

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10. Oktober 2019

10. EUROSLAG-Konferenz fordert fairen Umgang mit Eisenhüttenschlacken

Sekundärrohstoffe schonen natürliche Ressourcen

Duisburg/Thessaloniki, 10. Oktober 2019. Die Botschaft der 10. EUROSLAG-Konferenz „slag based products – best practices for circular economy“ vom 8. bis 11. Oktober 2019 in Thessaloniki war deutlich: Der verstärkte Einsatz von Baustoffen und Düngemitteln aus Eisenhüttenschlacken würde die Kreislaufwirtschaft noch stärker fördern und weitere natürliche Ressourcen schonen – Ziele, die sowohl die UNO als auch die EU einfordern. Die Umsetzung scheitert jedoch häufig an den politischen Rahmenbedingungen, die die Verwendung von schlackenbasierten Produkten unnötig einschränken. Dieser Themenkomplex stand im Fokus der Diskussionen und Vorträge der EUROSLAG, zu der 130 Teilnehmer aus 29 Ländern kamen – unter ihnen Hersteller und Vermarkter von Eisenhüttenschlacken, Vertreter von Politik, Verwaltung und Verbänden sowie Wissenschaftler.

Um die Erkenntnisse aus Theorie und Praxis möglichst effektiv umsetzen zu können, wurde bei der EUROSLAG das bereits im Rahmen der letzten Konferenz 2017 in Metz eingeführte Format der Podiumsdiskussion mit politischen Entscheidungsträgern fortgesetzt. Die zentralen Anliegen der Veranstalter waren dabei zum einen die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen den berechtigten Ansprüchen an Boden- und Gewässerschutz auf der einen und der Förderung von Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung durch den Einsatz von Eisenhüttenschlacken auf der anderen Seite. Zum anderen wurde die bevorzugte Behandlung von Sekundärrohstoffen bei öffentlichen Baumaßnahmen erörtert. Grundlegende Voraussetzung hierfür wäre eine Novellierung der europäischen Abfall-Rahmenrichtlinie. In Deutschland haben die Forderungen der Hersteller von Eisenhüttenschlacke bereits Eingang in den vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gefunden.

In der zweiten Session der Konferenz „Utilization and best practices“ standen bei zehn Vorträgen und Diskussionen die Verarbeitung und die spezifischen Eigenschaften von Eisenhüttenschlacken sowie Erfahrungen beim Einsatz von Baustoffen und Düngemitteln in der Praxis im Mittelpunkt. Abschließend präsentierten zehn Experten aktuelle Projekte zum Thema „Research and innovation“, unter anderem zur weiteren Optimierung von schlackenbasierten Produkten.

„Die 10. EUROSLAG hat gezeigt, dass die Verwendung von Eisenhüttenschlacke in Baustoffen und Düngemitteln in Europa ein wichtiger Baustein ist, um ökonomisch und ökologisch zu wirtschaften. Umso unverständlicher ist es daher für uns, dass viele bestehende Rahmenbedingungen eine verstärkte Nutzung dieses Sekundärrohstoffs nach wie vor ausbremsen. Wir sind aber optimistisch, dass zukünftige politische Entscheidungen auf europäischer Ebene in eine andere Richtung gehen und bessere Voraussetzungen schaffen, um das große Potential dieses Minerals aus der Stahlindustrie ausschöpfen zu können“, sagt Thomas Reiche, Vorstandsvorsitzender von EUROSLAG.

 

Über EUROSLAG:

In EUROSLAG mit Sitz in Duisburg sind 26 Organisationen und Unternehmen aus 16 Ländern zusammengeschlossen, darunter aus Deutschland das FEhS-Institut und der Fachverband Eisenhüttenschlacken. Als europäisches Netzwerk für die Produktion, Verwendung und Entwicklung von Eisenhüttenschlacken und schlackenbasierten Produkten stehen bei EUROSLAG Forschung und Technologie, die Europäische Standardisierung sowie die interne und externe Kommunikation im Fokus der Tätigkeiten. EUROSLAG organisiert die Konferenz alle zwei Jahre. 2019 wurde das Treffen zusammen mit dem Laboratory of Building Materials of the Aristotle University of Thessaloniki und Aeiforos S.A., ein auf industrielle Nebenprodukte und Umweltschutz spezialisiertes Unternehmen aus Thessaloniki, durchgeführt.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

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Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

Großer Andrang beim ersten Türöffner-Tag im FEhS-Institut

Pressemitteilung vom 16. September 2019

Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Pressemitteilung vom 17. Mai 2019

Eisenhüttenschlacken fördern nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 08. Mai 2019

Rechtsgutachten zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 11. April 2019

10. EUROSLAG-Konferenz vom 8.-11.10.2019 in Thessaloniki

Pressemitteilung vom 11. Februar 2019

Think-Fast Broschüre zu Eisenhüttenschlacke veröffentlicht

Pressemitteilung vom 08. Oktober 2018

„Ersatzbaustoffverordnung jetzt zügig verabschieden“

Pressemitteilung vom 06. März 2018

FEhS-Institut fordert Änderung des Vergaberechts zur Umsetzung der Ressourcenschonungsziele

Pressemitteilung vom 29. November 2017

Leitfaden Eisenhüttenschlacke in NRW erschienen

Pressemitteilung vom 09. März 2017

Ersatzbaustoffverordnung konterkariert Ressourcenschonung

Pressemitteilung vom 12. August 2016

FEhS-Institut konkretisiert Änderungsbedarf an der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 11. August 2016

FEhS-Institut fordert grundlegende Änderung der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 19. April 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Für zusätzliche Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Ricarda van Baal
M.A.
Public Affairs


+49(0)2065-994532
r.vanbaal@fehs.de