Pressemitteilungen

19. Mai 2020

Fairer Wettbewerb für Sekundärbaustoffe

FEhS-Institut fordert Nachbesserungen am neuen Entwurf der Ersatzbaustoffverordnung

Duisburg, 19. Mai 2020. Am neuen Entwurf zur Ersatzbaustoffverordnung (EBV), der von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Umweltministerien einiger Bundesländer unter Moderation des Bundesumweltministeriums formuliert wurde, besteht aus Sicht des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. noch Änderungsbedarf. Kernpunkte der Kritik sind die Forderung nach einer Anzeigen- und Katasterpflicht für alle Stahlwerksschlacken und einige andere Ersatzbaustoffe, die eingeschränkte Verwendung von Stahlwerksschlacken in Wohngebieten, die vollständige Streichung von Edelstahlschlacken sowie der Wegfall des Paragraphen 19 zur Regelung von mineralischen Ersatzbaustoffen als Nebenprodukte.

Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts: „Wir haben bei den vorangegangenen Diskussionen unsere Kompromissfähigkeit gezeigt. Einige Punkte des Entwurfs führen aber zu einer massiven Benachteiligung von nachweislich umweltverträglichen und markterprobten Baustoffen“. Ein wesentlicher Kritikpunkt des FEhS-Instituts ist die geplante Einführung einer Anzeigen- und Katasterpflicht für alle Stahlwerksschlacken und auch für einige andere Ersatzbaustoffe. Das würde das Image dieser bewährten Baustoffe nachhaltig schädigen und einen erheblich größeren Verwaltungsaufwand bedeuten. Die Folge wäre ein deutlich reduzierter Einsatz im Straßenbau. Im Vergleich zum Kabinettsentwurf der EBV macht in diesem Zusammenhang auch die Wiedereinführung von Mindesteinbaumengen für die jeweilig besten Klassen dieser Sekundärbaustoffe keinen Sinn. 

Änderungsbedarf besteht aus Sicht des FEhS-Instituts auch bei der geplanten Einschränkung des Einsatzes der Stahlwerksschlacke SWS-2 in den Einbauweisen 11 sowie 13-15 in Wohngebieten. Sie verbietet die Verwendung unter Gehwegen. Beim Neubau von Straßen in Wohngebieten, zum Beispiel mit einer Asphaltdecke für die Fahrbahn und Pflaster für die Gehwege, werde die Tragschicht in voller Breite angelegt. Die Regelung würde damit aus Gründen des Bauablaufs einen Verzicht auf Stahlwerksschlacken bedeuten.

Als falsches Signal werten die Duisburger Experten den geplanten Verzicht auf den § 19 aus der Kabinettsfassung der EBV. Er definiert bestimmte mineralische Ersatzbaustoffe, unter anderem aus Eisenhütten- und Metallhüttenschlacke, als Nebenprodukt. Dieser Paragraph sollte beibehalten werden, um Hersteller und Vertreiber zur weiteren Optimierung ihrer Produkte zu motivieren.

Reiche weiter: „Im anstehenden Bundesratsverfahren muss sich aus unserer Sicht an dem neuen Entwurf in diesen Punkten noch etwas ändern. Sonst wird es mit der auch im Rahmen des EU Green Deals angestrebten Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft und der von Politik und Wirtschaftsverbänden geforderten ökologischen Neuausrichtung nach der Corona-Krise nichts!“

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

27. April 2020

Natürliche Ressourcen durch Sekundärrohstoffe ersetzen

„Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft“ des Umweltbundesamts

Duisburg, 27. April 2020. Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. begrüßt die „Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft“ des Umweltbundesamts (UBA). Ein Schwerpunkt des im März 2020 veröffentlichten Papiers ist die Substitution natürlicher Ressourcen durch Sekundärrohstoffe. Jetzt gelte es, die Vorgaben der wissenschaftlichen Experten des UBA bundesweit vor allem in Ausschreibungen zu Bauvorhaben verbindlich umzusetzen, sagt Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts. „Eisenhüttenschlacken haben bei der Herstellung von Zement, Beton, Straßenbaustoffen und Düngemitteln in den letzten sieben Jahrzehnten in Deutschland über eine Milliarde Tonnen Naturgestein ersetzt. Sie leisten damit einen großen Beitrag zur Schonung der immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen.“ Er erwartet im Rahmen der derzeitigen Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die flächendeckende Zulassung und – soweit wirtschaftlich verfügbar – auch die bedingte Bevorzugung von Sekundärbaustoffen bei öffentlichen Ausschreibungen, die teilweise immer noch explizit Natursteine bevorzugen.

Die „Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft“ des Fachbereichs „Nachhaltige Produktion, Produkte, Kreislaufwirt­schaft“ am Umweltbundesamt beschreiben in neun Kapiteln die Grundzüge einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Ökonomie. Skizziert werden unter anderem die Ziele wie die Schonung natürlicher Ressourcen sowie Klima- und Umweltschutz, die bevorzugte Bewirtschaftung mit Sekundärmaterialien, die Vermeidung von Abfällen und Reststoffen, den möglichst langen Werterhalt von Produkten, die Vermeidung von Schadstoffen sowie die Verantwortung aller Akteure.

Mit den Leitsätzen des UBA werden nach dem „EU Green Deal“ von Dezember 2019, der Rohstoffstrategie der Bundesregierung von Januar 2020 und dem „Circular Economy Action Plan“ der EU im März 2020 erneut die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Bedeutung von Sekundärrohstoffen für nachhaltiges Wirtschaften betont. Eisenhüttenschlacke, ein Nebenprodukt aus der Stahlindustrie, vermeidet nicht nur die Nutzung natürlicher Ressourcen. Der künstliche Mineralstoff leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. So konnten die CO2-Emissionen durch den Einsatz von Hüttensand bei der Zementherstellung allein in Deutschland in den letzten Jahrzehnten um mehr als 200 Millionen Tonnen reduziert werden.

 

Über das FEhS-Institut:

Das FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e. V. ist seit sieben Jahrzehnten eine der europaweit führenden Adressen für Forschung, Prüfung und Beratung zu Eisenhüttenschlacken, Baustoffen und Düngemitteln. Als moderner Dienstleister sind die Experten mit sieben Laboren, dem KompetenzForum Bau und einem Netzwerk aus Industrieverbänden, Behörden, Normungsgremien sowie Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung ein begehrter Partner für Mitglieder und Kunden aus aller Welt.

Pressekontakt: Ricarda van Baal

Fotos und Grafiken unter https://www.fehs.de/unser-service/

Pressemitteilung vom 13. März 2020

Bessere Rahmenbedingungen für Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 03. März 2020

Neuer Kurzfilm des FEhS-Instituts über die Bedeutung des Rohstoffs

Pressemitteilung vom 23. Januar 2020

Einsatz von Sekundärrohstoffen und Förderung der Kreislaufwirtschaft

Pressemitteilung vom 15. Januar 2020

Sekundärrohstoff Eisenhüttenschlacke und nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

10. EUROSLAG-Konferenz fordert fairen Umgang mit Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 10. Oktober 2019

Großer Andrang beim ersten Türöffner-Tag im FEhS-Institut

Pressemitteilung vom 16. September 2019

Entwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes

Pressemitteilung vom 17. Mai 2019

Eisenhüttenschlacken fördern nachhaltiges Wirtschaften

Pressemitteilung vom 08. Mai 2019

Rechtsgutachten zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Eisenhüttenschlacken

Pressemitteilung vom 11. April 2019

10. EUROSLAG-Konferenz vom 8.-11.10.2019 in Thessaloniki

Pressemitteilung vom 11. Februar 2019

Think-Fast Broschüre zu Eisenhüttenschlacke veröffentlicht

Pressemitteilung vom 08. Oktober 2018

„Ersatzbaustoffverordnung jetzt zügig verabschieden“

Pressemitteilung vom 06. März 2018

FEhS-Institut fordert Änderung des Vergaberechts zur Umsetzung der Ressourcenschonungsziele

Pressemitteilung vom 29. November 2017

Leitfaden Eisenhüttenschlacke in NRW erschienen

Pressemitteilung vom 09. März 2017

Ersatzbaustoffverordnung konterkariert Ressourcenschonung

Pressemitteilung vom 12. August 2016

FEhS-Institut konkretisiert Änderungsbedarf an der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 11. August 2016

FEhS-Institut fordert grundlegende Änderung der Ersatzbaustoffverordnung

Pressemitteilung vom 19. April 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Pressemitteilung vom 30. März 2016

Übernahme der Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Hüttenkalk zum 1. April 2016

Für zusätzliche Informationen oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Ricarda van Baal
M.A.
Public Affairs


+49(0)2065-994532
r.vanbaal@fehs.de